Pfarre Dornbach – Geschichte

Die Dornbacher Kirche St. Peter und Paul

Dornbach

Urkundlich erwähnt ist, dass 1139 in Dornbach eine Kapelle von Bischof Reginbert von Passau geweiht wurde. Mit der Einweihung der Kapelle wurden dem Stift auch die Zehentrechte und das Recht, Gottesdienste abzuhalten, übertragen. Das volle Pfarrrecht erhielt Dornbach erst 1251 und war von 1262 bis 1995 der Abtei St. Peter in Salzburg inkorporiert.

1476 kam es zu einem gotischen Neubau. Die nach den Zerstörungen der beiden Türkenkriege 1536 und 1687-88 wieder neu aufgebaute und erneuerte Kirche wurde unter Pfarrer Anton Knoll (Knollgasse!) 1745-1756 abermals renoviert und nach Süden hin saalartig erweitert. 1880 trug man den Turm ab und baute ihn seitlich der Apsis wieder neu auf, jedoch bedeutend kleiner. 1881 folgte die Errichtung der Kriegerkapelle durch Baumeister Franz Glaser. 1931 wurde Prof. Clemens Holzmeister mit dem Erweiterungsbau und der damit verbundenen Umorientierung der Kirche auf dem Areal des ehemaligen Friedhofs nach Süden beauftragt. 1951 kam es zu Umbauten zur Vereinheitlichung des Kirchenraumes. 1955-1957 errichtete man unter Einbeziehung der alten Sakristei einen neuen Haupteingang und Arkadengang (Architekt Georg Lippert). 1962 wurde das Presbyterium nach den Richtlinien der Liturgiekonstitution des 2. Vatikanums (Volksaltar) umgestaltet.

Bei der Erweiterung des Kirchenraumes durch Clemens Holzmeister 1931 wurde über der südlichen Verbindung zwischen alter und neuer Kirche eine neue Orgel zu bauen begonnen (Orgelbaumeister Zika) die leider durch Finanzmangel und den Ausbruch des 2. Weltkrieges unvollendet blieb. Auf dieser Orgel hat der bekannte Kirchenmusiker Anton Heiller (1923-1979), ein gebürtiger Dornbacher, gespielt.

Im Jahr 2015 wurde die mechanische Konzertsaalorgel des Wiener Konzerthauses – nunmehr die „Heiller-Orgel“, (die Orgel wurde unter Mitwirkung von Anton Heiller errichtet), von der Stadtpfarrkirche Korneuburg nach Dornbach übertragen.

Neue Glocken für Dornbach – In der Dornbacher Pfarrkirche läuten seit vielen Jahrzehnten nur zwei Glocken. Dabei ist ihr Turm für vier Kirchenglocken ausgelegt. Durch die Anschaffung zweier neuer Glocken soll das Dornbacher Geläut nun endlich so erklingen, wie es immer gedacht war. Mehr dazu auf bim-bam.at

Die Heiller-Orgel

Heiller-Orgel Dornbach
Heiller-Orgel Dornbach

Gregor Hradetzky, Krems, 1964

Erbaut für den Mozartsaal des Wiener Konzerthauses, die europaweit erste mechanische Konzertsaalorgel nach 1945. Anton Heiller regte das Instrument an und betreute seine Errichtung, spielte darauf legendäre Konzerte und Bach-Zyklen. Alle namhaften nationalen und internationalen Organisten waren an dieser Orgel zu Gast. Abbau 1992 und Übertragung ins Presbyterium der Stadtpfarrkirche Korneuburg, dort als Chororgel in Verwendung bis 2015. Erneute Übertragung in die Heimat Anton Heillers, nach Dornbach.

Eine historische Besonderheit, gebaut unter federführender Mitwirkung des Dornbacher Organisten und Komponisten Anton Heiller, ein Produkt der Orgelbewegung, kehrt von der Romantik und den elektropneumatischen Instrumenten ab und markiert einen deutlichen Wendepunkt in Traktur, Disposition und Intonation. Geplant und errichtet von Orgelbaumeister Gregor Hradetzky in der Rekordzeit von 10 Monaten. Anton Heiller erbat vom damals besten deutschen Orgelbaumeister Rudolf von Beckerath, Hamburg, die Zungenstimmen. Beckerath lernte in Paris bei Gonzales und steht so auch in der Nachfolge von Cavaille-Coll. Dementsprechend französischen Charakter haben Trompette und Cromorne.

Feierliche Orgelweihe am 10. Oktober 2015.

Disposition: 25 Register auf 2 Manualen und Pedal

Die Schafbergkirche – Hl. Thomas Morus


Auf einer Anhöhe des Schafberges befindet sich, weithin sichtbar, die zwischen 1950 und 1970 nach Plänen von Franz Graf erbaute Schafbergkirche

Entstehung der Schafbergkirche

Bis 1930 diente eine Baracke auf dem Schafberg als Lungenheilstätte, dann als Kinderfürsorgeheim, bis 1934 die P. Petrus Grader OSB aus der Pfarre Dornbach an Sonn- und Feiertagen die Hl. Messe zu zelebrieren. Seine rechte Hand war Wenzel Schmidl, der sich bemühte, aus der Baracke einen würdigen Raum für den Gottesdienst zu schaffen. 1939 oder 1940 wurde vom NS-Regime alles beschlagnahmt – zum Leidwesen der sehr zahlreichen Besucher des Gottesdienstes. Die Baracke wurde in ein Lazarett umfunktioniert. 1947 erwarb P. Petrus den Grund zum Bau der Schafbergkirche. Zunächst wurde der Keller ausgebaut, im Hinblick auf die Heizung der Kirche. 1949 wurde der Kellerraum von Prälat Fried gesegnet. Von da an feierte P. Petrus jeden Sonn- und Feiertag im Kellerraum die Hl. Messe. Ein kleines Harmonium war vorhanden. 1950 konnte der Rohbau der Kirche begonnen werden, 1954 erfolgte die Weihe des Turmkreuzes und der Glocke durch Weihbischof Dr. Streidt. Die Glocke ist nach Ton D gestimmt. Ihre Aufschrift lautet: Mich goß Ing. Josef Pfundner. Tu es Petrus et super hanc petram aedificabo ecclesiam meam (Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen). Weiter stehen auf der Glocke die Namen von sechs englischen Märtyrern aus dem Jahre 1535: John Haughton, William Webster, Robert Lawrence, Richard Reinolds, Humphrey Middlemore und Sebastian Newdigate. Die Glocke wurde nur benediziert, weil Altar und Kirche noch nicht konsekriert waren.
Alles noch im Rohbau, vom gestampften Boden bis zur nackten Decke. P. Petrus baute mit großem Vertrauen weiter und stattete mit Unterstützung seiner Freunde und einiger Künstler das Innere der Kirche aus. 1961/62 begann der Bau der Orgel; Prof. Josef Mertin von der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien, baute die Orgel mit eigener Hand. 1963 erhielt die Kapelle einen neuen Altar aus Marmor. Dieser wurde 1970 durch Erzbischof-Koadjutor Dr. Franz Jachym konsekriert. Das war der feierliche Höhepunkt seit Bestehen der Schafbergkirche. (aus dem Blickwinkel von Sr. M. Irmgard Hauser SRA)

Der Tabernakel

Es war stets der geheime Wunsch von P. Petrus Grader für den Altar der Schafbergkirche eine Reliquie des von ihm so verehrten Hl. Thomas Morus zu erhalten. Doch von dem geköpften Heiligen ist nur mehr das Haupt vorhanden und eine Entnahme einer Reliquie war undurchführbar. Die Pfarrgemeinde St. Dunstan überließ der Schafbergkirche eine Steinplatte von der Kopfgruft des Hl. Thomas Morus (Inschrift: Morus-Stein, DONUM ECCL. S. DUNSTAN CANTERBURY), womit auch der ökumenische Gedanke zum Ausdruck kommt. Die Steinplatte findet als Tabernakeltür Verwendung.

Die Glasfenster     

Geschaffen von der akad. Malerin Lucia Jirgal. Die Fenster in der Sakristei in Grisailletechnik zeigen die vier Letzten Dinge: Himmel, Hölle, Tod und Gericht. Neben der Taufkapelle befinden sich zwei Rundfenster. Eines zeigt Thomas Morus, flankiert von Johannes dem Täufer und Kardinal John Fisher und trägt die Inschrift „Gewalt und Macht gehen niemals vor“ und wird als das „Juristenfenster“ bezeichnet (gespendet von Juristen). Das zweite Fenster beim Aufgang zur Empore zeigt die Märtyrergestalten von Thomas Morus und John Fisher. Es ist das „Ehefenster“ weil sich die Patrone der Schafbergkirche für die Heiligkeit der Ehe eingesetzt und gestorben sind. „Nie habe ich daran gedacht, einer Sache zuzustimmen, die gegen mein Gewissen wäre.“ (Thomas Morus.

Die Apsis

Die Rückwand des Presbyteriums hebt sich durch ihr grottenartiges Dunkel von der übrigen Wand stark ab. Sie ist mit Mosaiksteinchen ausgelegt und veranschaulicht das Thema der Letzten Tage der Apokalypse: Sterne wie ein Komet, der in Teile zerfällt, eine ihr Licht verlierende Sonne und ein verblassender Mond, am Grund der Grotte fünf Lichter auf fünf Stufen, fünf andere Stufen sind leer für die fünf klugen und fünf törichten Jungfrauen. Entwurf: Prof Erich Huber Ausführung Prof. Hermann Bauch

Das Altarkreuz

ist über dem Altar als Hängekreuz angebracht und besteht aus acht goldenen Stäben – Symbol der acht Seligkeiten. Sie werden von den fünf Wundmalen Christi zusammengehalten. Entwurf: Prof. Erich Huber Ausführung: Erwin Klobassa

Die Juristenmesse

In der Schafbergkirche wird seit 1971 jährlich das Patroziniumsfest des Hl. Thomas Morus (22. Juni) gefeiert. Mehr über die Jurisitenmesse erfahren Sie hier.

© Text: Pfarre Dornbach/Gedenkschrift der St. Thomas-Morus-Kirche auf dem Schafberg in Wien; Text gekürzt

Die Annakapelle

Annakapelle

Die St. Anna-Kapelle, heute inmitten einer Schienenschleife der Straßenbahn Linie 43, hat eine äußerst wechselvolle Geschichte. Als Votiv-Pestkapelle (aufgrund eines Gelübdes der Dornbacher während der großen Pestepedemie) als hölzerne Kapelle 1713 errichtet, wurde sie 1717 von Johann Karl Bartholotti Freiherr von Partenfeld mit Ziegeln ausgebaut und vergrößert. 1773 auf Initiative von Moritz Graf Lacy vergrößert, erhielt die Kapelle Chor und Glockenturm. Sie stand mit der Eingangsfront zur Straße. 1905 wurde sie wegen Baufälligkeit geschlossen und 1906 aus Verkehrsgründen abgetragen, um letztendlich 1908-1910 von Baumeister Johann Steinmetz um 90 Grad gedreht in „barocker Bauform“ wieder errichtet zu werden.Den kleinen neobarocken Saalbau ziert ein kleiner Turm mit einem Zwiebelhelm, die Nische des Volutengiebels nimmt eine steinerne Annenfigur „Anna Selbdritt“ auf – von Pietro Silvestro de Caradea 1720 geschaffen. Vor der Kapelle befindet sich die sogenannte „Kaisereiche“, 1910 zum 80. Geburtstag Franz Josephs I. gepflanzt. Der schlichte, pilastergegliederte Saalraum mit Flachtonne hat östlich eine eingestellte Empore und einen korbbogigen Triumphbogen. Im fünfseitig gestalteten, von Engeln umrahmten Presbyterium dominiert über dem mit Emailschmuck versehenen Tabernakel das Altarbild der „Heiligen Sippe“ (1717), zu deren Ehren in Dornbach eine Bruderschaft bestand. Die figurenreiche Darstellung zeigt die Mutter Anna mit Maria in der Bildmitte, um sie im Kreis die Verwandtschaft. Von den Bildern – wahrscheinlich Votivgaben – ist eines besonders hervorzuheben: Jenes, das 1813 die Dornbacher Gemeinde stiftete: der topographische Wert des Bildes (nach Czeike) ist anzuzweifeln, da die Annakapelle nie den quergestellten Abschluß der Hauptstraße bildete. Ein Kastenbild hat ebenfalls die Darstellung der hl. Anna mit Maria zum Inhalt. Nach dem Krieg war die Annenkapelle Heimstatt des Gnadenbildes von Maria Brünnl bei Gratzen in Südmähren. Eine Tafel im Vorraum erinnert an den unter der Patronanz von Bürgermeister Dr. Karl Lueger und Gräfin Anna Harrach-Lobkowitz stehenden Verein zum Kapellenumbau, der in den Jahren 1908 begann. Zum religiösen Brauchtum gehören die Novene und feierlichen Messen zum Festtag am 26. Juli.

Die Waldandacht – Maria Einsiedeln

Waldandachtkapelle

Der Ursprung dieser Waldandacht geht zurück auf das Jahr 1863. Damals wurde der Fabrikant Fernau nach einem schweren Reitunfall an dieser Stelle unverletzt gefunden. Zum Dank brachte Fernau dort an einer Föhre ein Bild der Gottesmutter an. In kürzester Zeit kamen ein Betstuhl, Bänke und viele Dankbilder dazu. 1881 wurden diese von Alexander Thaner erneuert und ein Kreuz an der Föhre angebracht. Bald waren hunderte Bäume mit religiösen Bildern geschmückt, die jedoch bedingt durch die Witterung rasch schadhaft wurden. Der Grundeigentümer, Fürst Schwarzenberg, ließ die Bilder abnehmen. Verehrer der Andachtsstätte beauftragten den Baumeister Johann Steinmetz mit der Errichtung einer steinernen Säule mit einem Marienbild. Der Altersrentner Moldaschl war bis zu seinem Tod im Jahre 1934 ein treuer Hüter dieser Stätte und bat auch 1931 den Dornbacher Pfarrer um gelegentliche Sonntagsmessen dort, was zum ersten Mal am 15. August 1931 geschah. Immer wieder wurden Hl. Messen und Andachten gehalten. Diesem Umstand entsprang der Wunsch nach Errichtung einer Kapelle, die bei schlechtem Wetter Schutz für die Gläubigen bieten sollte. Dank der Mithilfe der Siedler, der Familie Schwarzenberg und zahlreicher Gönner war es möglich im Juni 1936 den Grundstein zum Bau der Kapelle zu legen, die noch im selben Jahr zu Ehren unserer lieben Frau von Monserrat geweiht wurde. Ende des zweiten Weltkrieges wurde der Kapelle schwere Schäden zugefügt. In den Nachkriegsjahren wurde sie wiedererrichtet und P. Bruno Spitzl erbat vom Abt des Schweizer Stiftes Einsiedeln eine Kopie der Einsiedler Gnadenmutter. Im Oktober 1946 wurde die neuerrichte Kapelle vom damaligen Kardinal Innitzer geweiht. Seit dieser Zeit wurde in den Sommermonaten jeden Sonntag Vormittag eine von den Siedlern und Ausflüglern gut besuchte Hl. Messe gefeiert. Dieser seelsorgliche Dienst endete erst mit dem Tod von P. Severin Kurz in den frühen 80er-Jahren. Weiterhin wurden gelegentlich Andachten gehalten. Heute befindet sich die Waldandachtkapelle im Eigentum des Stiftes St. Peter in Salzburg. Patrozinium wird am 16. Juli gefeiert.

© Fotos: Pfarre Dornbach