Pfarrverbandsvision

„Ausgehend von Jesus Christus wollen wir der Schöpfung und den Menschen wertschätzend begegnen, aufeinander hören und unsere Wege gemeinsam gehen.“

Die in diesen Satz gefasste Vision haben wir in der Pfarrverbandsratsklausur einstimmig für den ganzen Pfarrverband beschlossen. Nun wollen wir sie Schritt für Schritt verwirklichen: Wir wollen sie in unserem Tun vor Augen haben und ihr alles unterordnen. Diese Vision leitet uns auch zur Mission. Mission heißt, unter den Menschen, mit denen wir unterwegs sind, das Gottesgerücht ins Gespräch zu bringen. Menschen sind ja von Gott und von Christus ergriffen, und das soll auch Inhalt eines Gespräches sein. Wir dürfen unseren persönlichen Glauben nicht verstecken, sondern sind aufgerufen, von dem zu erzählen, was uns trägt. Heute geht es um den Menschen und um die Schöpfung. Ich glaube, dass wir an einer Zeitenwende stehen. Ist diese Wende eine Krise oder eher eine Transformation? Transformation heißt, dass wir in ein neues Zeitalter eintreten; ein Zeitalter der Verantwortung gegenüber den Menschen und der Schöpfung. Dazu müssen wir aufeinander hören und daraus unsere Wege gemeinsam gehen.

Synodaler Prozess

Papst Franziskus hat der ganzen Kirche einen sogenannten synodalen Weg verordnet. Diesen Weg sollen wir gemeinsam gehen. Wir alle, auch der Papst, Bischöfe, Priester und Diakone, gehören zum Volk Gottes. In einem synodalen Prozess geht es darum, aufeinander zu hören. Somit hat die Diözesan- und Kirchenleitung auf den Glaubenssinn des Volkes Gottes zu hören. Der Papst schreibt:

„Der synodale Weg verläuft in einem historischen Kontext, der von epochalen Veränderungen der Gesellschaft und einem entscheidenden Übergang im Leben der Kirche gekennzeichnet ist, die nicht ignoriert werden können: wir sind innerhalb der Verästelungen der Komplexität dieses Kontextes, mit seinen Spannungen und seinen Widersprüchen, aufgerufen, „nach den Zeichen der Zeit zu forschen und sie im Licht des Evangeliums zu deuten“ (GS, Nr. 4). Hier werden einige Elemente des globalen Szenariums umschrieben, welche besonders eng mit dem Thema der Synode verbunden sind; dieses Bild muss aber auf lokaler Ebene bereichert und vervollständigt werden.“

Sowohl der Inhalt als auch die Entstehungsgeschichte unserer Vision weisen Gemeinsamkeiten mit dem „synodalen Weg“ auf, den der Papst im Sinn hat. Ja, es geht heute darum, wirklich aufeinander zu hören, was natürlich voraussetzt, dass wir artikulieren, was zu sagen wir als notwendig erachten. Unsere Zeit ist gekennzeichnet von Geschwätzigkeit. Sie abzustellen, wäre ein leichtes ‒ wenn wir interessiert aufeinander hören. Dazu braucht es ein wirkliches Interesse an dem DU neben mir. Die Frage, die auch unseren Bischof sehr beschäftigt: Wie geht es der Zivilgesellschaft in dieser Zeit? Nicht Nabelschau ist das Gebot der Stunde, sondern das Interesse an den Menschen um mich herum.

Nehmen wir den Impuls vom Papst auf und gehen wir gemeinsam den Weg des Aufeinander-Hörens!

Das wünscht sich Ihr Pfarrer

Dr. Karl Engelmann

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