Tagesevangelium – 5.5.2020

Dienstag, 5. Mai 2020

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes · 10,22–30

In Jerusalem fand das Tempelweihfest statt. Es war Winter, und Jesus ging im Tempel in der Halle Salomos auf und ab.

Da umringten ihn die Juden und fragten ihn: Wie lange noch willst du uns hinhalten? Wenn du der Messias bist, sag es uns offen!

Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, aber ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich im Namen meines Vaters vollbringe, legen Zeugnis für mich ab; ihr aber glaubt nicht, weil ihr nicht zu meinen Schafen gehört. Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen mir. Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen, und niemand wird sie meiner Hand entreißen. Mein Vater, der sie mir gab, ist größer als alle, und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen. Ich und der Vater sind eins.

Kommentar · Pfarrer Karl Engelmann

Mit dem zehnten Kapitel schließt der erste Teil des Johannesevangeliums. Seit der Hirtenrede beim Laubhüttenfest (10,1–18) sind etwa zwei Monate vergangen. Der Erinnerungstag an die Wiedereinweihung des Tempels und des neu errichteten Brandopferaltars durch Judas Makkabäus (165 v. Chr.) wurde Mitte Dezember gefeiert.

„Es war Winter“: Nicht nur die Jahreszeit war frostig; die Menschen, die Jesus bedrängen, er solle ihnen endlich sagen, ob er der Messias ist, sie sind nicht bereit, ihm zu glauben. Sie kennen seine Stimme nicht.

„Ich und der Vater sind eins“: Das begreifen auch wir nur in dem Maß, als wir uns selbst in diese Einheit und Gemeinschaft von Vater und Sohn einbeziehen lassen.

Als Christen sind wir in die Gemeinschaft von Vater und Sohn hineingenommen. Es ist der Heilige Geist selbst, der uns in diese Gemeinschaft tief einführen will. Wenn wir auf seine Stimme hören, werden wir uns für diese Gemeinschaft öffnen und aus dieser Gemeinschaft leben.

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