Die St. Anna Kapelle in Dornbach

Die Annakapelle gehört zur römisch-katholischen Pfarre Dornbach. Sie steht unter Denkmalschutz und ist der Hl. Anna geweiht. Vor der Kapelle steht die so genannte „Kaisereiche“, 1910 zum 80. Geburtstag Franz Josephs I. gepflanzt. Zum religiösen Brauchtum gehören die Novene und die feierliche Messe zum Festtag der Hl. Anna am 26. Juli.

Geschichte

Annakapelle

Die St. Anna-Kapelle, heute inmitten einer Schienenschleife der Straßenbahn Linie 43, hat eine äußerst wechselvolle Geschichte. Sie wurde 1713 als Votiv-Pestkapelle aufgrund eines Gelübdes der Dornbacher während der großen Pest-Epidemie im 16. Jahrhundert als hölzerne Kapelle errichtet, 1717 Johann Karl Bartholotti Freiherr von Partenfeld durch einen steinernen Bau ersetzt und 1773 auf Initiative von Graf Lacy vergrößert, sie erhielt einen Chor und einen Glockenturm; 1884 wurde ihr Turm erhöht. Wegen Baufälligkeit wurde die Kapelle 1905 geschlossen und 1906 abgetragen, da sie an der Dornbacher Straße ein Verkehrshindernis darstellte. In den Jahren 1908 bis 1910 wurde die Kapelle nach Plänen des Architekten Johann Steinmetz wiedererrichtet, wobei sie nun Richtung Norden ausgerichtet wurde.

Und heute…..

St-Anna-Kapelle Dornbach, Innenraum
Inneres der Annakapelle [Gryffindor / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)]

Die aktuelle Corona-Pandemie lässt viele Menschen an die Geschichte dieser Kapelle denken. Wir leben in einer ganz anderen Zeit, aber Assoziationen drängen sich doch auf, wenn man ein wenig in der Geschichte nachliest. Gegen Ende des Mittelalters hat es in Wien eine verheerende Pest-Epidemie gegeben. 1713 erlebte sie ihren Höhepunkt, man kannte die genauen Ursachen nicht, war ihr hilflos ausgeliefert. Die Verantwortlichen der Stadt haben versucht, Maßnahmen und Verhaltensregeln zur Eindämmung der Pest zu setzen, doch waren die hygienischen Zustände in der Stadt katastrophal. Viele Menschen empfanden die Krankheit als Gottesurteil, als Strafe für die Laster und Sünden der Menschheit. Die Friedhöfe waren überfüllt – wie wir es auch heute leider aus manchen Ländern hören, die wirtschaftlichen Folgen der Epidemie waren enorm; es fehlten im ganzen Land Arbeitskräfte, heute verlieren viele Menschen ihre Arbeit. Es kam zur Gründung eines Lazaretts in der Währinger Straße und eines Quarantänehofes, er stand an der Stelle des späteren Allgemeinen Krankenhauses.

Auch in Dornbach sind viele Menschen der Pest zum Opfer gefallen; ein großer Teil der Bevölkerung starb, für das Jahr 1713 wurden bereits konkrete Zahlen aufgezeichnet: Von den 60 Häusern in Dornbach und Neuwaldegg wurden 32 von der Pest erfasst, von 300 Einwohnern starben 130. Nach dem Abflauen der Epidemie wurde dann, aus Dankbarkeit, wie schon erwähnt, die Kapelle errichtet.

So manche Dornbacher Gläubige beten auch jetzt, in der Zeit der Corona-Pandemie, wieder um den Schutz der Hl. Anna! Möge sie uns beistehen.

2 thoughts

  1. Ich bin Fremdenführerin und möchte mit 9 Personen am 31.7.2020 die Annenkapelle
    besichtigen. Cirka 16.30 Uhr. Wie ist das möglich.
    Bitte um Nachricht.
    Mit freundlichen Grüßen

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