Tagesevangelium – 13.5.2020

Mittwoch, 13. Mai 2020

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes · 15,1–8

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab, und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt.

Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesagt habe. Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen, und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen.

Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.

Kommentar · Pfarrer Karl Engelmann

In der Bildrede vom Weinstock und den Reben gehen Gleichnis und Wirklichkeit ineinander über. Jesus gibt von diesem Wort keine Erklärung (weil es keine braucht), er schließt nur eine Mahnung an. Das Bild vom Weinstock hat ebenso wie das vom Hirten tiefe Wurzeln im Alten Testament. Jesus vergleicht die lebensnotwendige Einheit von Weinstock und Rebe. Nur wer in der Einheit bleibt, kann Frucht bringen: Was er tut, hat Sinn und Wert vor Gott und in der Gemeinde, in der Kirche.

Jesus ist der wahre Weinstock, wie er das wahre Licht und der gute Hirt und das lebendige Brot ist: Er ist die urbildliche Wirklichkeit, von der alles Geschaffene ein Gleichnis ist. Wir sollen Frucht bringen mitten in dieser Welt. Das ist aber nur möglich, wenn wir in Jesus verwurzelt sind-. Das Wort „bleiben“ ist ein ganz wesentliches Wort bei Johannes. Bei Jesus „bleiben“ heißt, in ihm und aus ihm heraus zu leben und das Leben zu gestalten.

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