Tagesevangelium – 8.6.2020

Montag, 8. Juni 2020

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus · 5,1–12

In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. Dann begann er zu reden und lehrte sie. Er sagte:

Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.

Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.

Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben.

Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden.

Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.

Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen.

Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.

Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.

Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn so wurden schon vor euch die Propheten verfolgt.

Kommentar · Pfarrer Karl Engelmann

Die Tätigkeit Jesu war Wort und Tat, Lehre und Wunder. In der Bergpredigt tritt er als der neue Mose auf, der die neue, „bessere“ Gerechtigkeit verkündet. Die Seligpreisungen sind nicht so sehr Glückwünsche als vielmehr Einlassbedingungen zur Gottesherrschaft: Sie sind Zusage und Forderung zugleich. Es ist anzunehmen, dass die kürzere Form der Seligpreisungen bei Lukas (6,20–23) die ursprünglichere ist; die Erweiterungen bei Matthäus sind also bereits Deutungen, in denen das besondere Anliegen dieses Evangelisten sichtbar wird. Die „Armen“ und „Hungrigen“ sind nicht nur eine wirtschaftlich-soziale Gruppe, es sind die Menschen, die („vor Gott“) wissen und bejahen, dass sie nichts haben und nichts können und dass sie ganz auf Gott angewiesen sind. Aber nicht den Untätigen wird die Gottesgemeinschaft zugesagt, sondern denen, die sich aktiv für Gerechtigkeit und Frieden einsetzen. Das alles wird nicht nur den auserwählten Jüngern gesagt, sondern der Volksmenge (Vers 1): dem Israel der Zukunft.

In den Seligpreisungen geht es um die Gottes- und Nächstenliebe. Es geht darum, auf allen Beziehungsebenen – auch auf der Ebene in der Beziehung zu sich selbst – das angebrochene Gottesreich zu erkennen. Das Reich Gottes ist in Jesus Christus für uns alle angebrochen. Es ist mitten unter uns.

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