Tagesevangelium – 2.1.2021

Samstag, 2.1.2020

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 23, 8-12

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder.

Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel.

Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus.

Der Größte von euch soll euer Diener sein.

Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

Kommentar · Johannes Sterba

Heute feiern wir das Fest der beiden Heiligen Basilius der Große und Gregor von Nazianz. Beide waren Kirchenlehrer und Bischöfe.

In der Stelle aus dem Matthäusevangelium fasst Jesus zusammen, was er von uns will, wie gemeinsames, christliches Leben aussehen soll. Und was wir tun können, damit das Reich Gottes auf Erden Realität wird. Ein paar Sätze nur, und eigentlich ganz klare Anweisungen und doch so schwer. Was Jesus von uns will geht gegen alles, was wir lernen, all unsere Erfahrungen im Leben, im Beruf oder im Alltag.

Wir haben das Gefühl, wenn wir uns nicht groß und wichtig machen, dann werden wir nicht gehört! Ohne Titel vor dem Namen, ohne an der Spitze einer hierarchischen Struktur zu stehen, könne wir doch nichts bewegen, nichts ändern. Und doch sagt und zeigt uns Jesus das Gegenteil: Wann hat er einen Titel für sich beansprucht? Wann hat er sich größer gemacht, als die Menschen um ihn? Im Gegenteil, mit den Sündern, den Armen, den Kranken und Ausgestoßenen hat er sich abgegeben, ohne etwas dafür einzufordern. Und doch ging von seinen Worten und seinen Taten ein Eindruck aus, der die Menschen damals und heute bewegt.

Vielleicht müssen wir unsere Strukturen hinterfragen, die uns in Rollen zwingen, die es unmöglich machen, miteinander auf Augenhöhe zu sprechen.

Der Größte von euch soll euer Diener sein.

Wenn wir das verinnerlichen könnten und uns darum bemühen, der Welt und den Menschen zu dienen, wieviel näher wären wir dann dem Reich Gottes?

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