Tagesevangelium – 4.4.2020

Samstag, 4. April · Johannes 8, 31-42

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes

In jener Zeit kamen viele der Juden, die zu Maria, der Schwester des Lazarus, gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, zum Glauben an ihn. Aber einige von ihnen gingen zu den Pharisäern und berichteten ihnen, was er getan hatte.

Da beriefen die Hohenpriester und die Pharisäer eine Versammlung des Hohen Rates ein. Sie sagten: Was sollen wir tun? Dieser Mensch tut viele Zeichen. Wenn wir ihn gewähren lassen, werden alle an ihn glauben. Dann werden die Römer kommen und uns die heilige Stätte und das Volk nehmen.

Einer von ihnen, Kajaphas, der Hohepriester jenes Jahres, sagte zu ihnen: Ihr versteht überhaupt nichts. Ihr bedenkt nicht, dass es besser für euch ist, wenn ein einziger Mensch für das Volk stirbt, als wenn das ganze Volk zugrunde geht. Das sagte er nicht aus sich selbst; sondern weil er der Hohepriester jenes Jahres war, sagte er aus prophetischer Eingebung, dass Jesus für das Volk sterben werde. Aber er sollte nicht nur für das Volk sterben, sondern auch, um die versprengten Kinder Gottes wieder zu sammeln. Von diesem Tag an waren sie entschlossen, ihn zu töten.

Jesus bewegte sich von nun an nicht mehr öffentlich unter den Juden, sondern zog sich von dort in die Gegend nahe der Wüste zurück, an einen Ort namens Efraim. Dort blieb er mit seinen Jüngern.   

Das Paschafest der Juden war nahe, und viele zogen schon vor dem Paschafest aus dem ganzen Land nach Jerusalem hinauf, um sich zu heiligen. Sie fragten nach Jesus und sagten zueinander, während sie im Tempel zusammenstanden: Was meint ihr? Er wird wohl kaum zum Fest kommen. Die Hohenpriester und die Pharisäer hatten nämlich, um ihn festnehmen zu können, angeordnet: Wenn jemand weiß, wo er sich aufhält, soll er es melden.

Kommentar

Die Auferweckung des Lazarus war das letzte und größte der „Zeichen“ Jesu. Sie bildet den Abschluss seiner öffentlichen Wirksamkeit und den Übergang zur Leidensgeschichte. Auf dieses Wunder hin kommen viele zum Glauben an Jesus, die führenden Kreise jedoch sind völlig verblendet. Sie beschließen den Tod Jesu, müssen aber mit der Ausführung des Beschlusses warten, bis Jesu Stunde gekommen ist.

Der Hohepriester Kajaphas meint, kluge, realistische Politik zu betreiben. Er weiß, dass Jesus den Anspruch erhebt, der Messias zu sein. Dieser Anspruch aber, so wie das Judentum ihn versteht, bedeutet politische Gefahr. Also muss Jesus im Interesse des Volkes sterben, meint Kajaphas – und weiß nicht, wie wahr das ist: Für alle Völker wird Jesus sterben, um aus ihnen das eine Volk Gottes zu machen.   

Der Tod Jesu betrifft die ganze Menschheit. An diesem Tod und der Auferstehung scheiden sich die Geister bis zum heutigen Tag.

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