Tagesevangelium – 5.6.2020

Freitag, 5. Juni 2020

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes · 15,14–16a.8–20

In jenen Tagen sprach Jesus zu seinen Jüngern:

Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.

Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt.

Wenn die Welt euch hasst, dann wisst, dass sie mich schon vor euch gehasst hat. Wenn ihr von der Welt stammen würdet, würde die Welt euch als ihr Eigentum lieben. Aber weil ihr nicht von der Welt stammt, sondern weil ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt.

Denkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Sklave ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie an meinem Wort festgehalten haben, werden sie auch an eurem Wort festhalten.

Kommentar · Pfarrer Karl Engelmann

Jesus ist der wahre Weinstock (Joh 15,1–8), er ist auch der wahre Freund. Seine Jünger sollen ihn zwar als ihren Herrn ansehen, nicht aber als ihren Vorgesetzten. Er hat sie in seine Nähe gerufen, er hat zu ihnen von sich und vom Vater und vom ewigen Leben gesprochen. Durch sie will er von jetzt an zu den Menschen sprechen. Die „Welt“, zu der Jesus die Jünger sendet, will den ganzen Menschen beherrschen; sie wird die Jünger Jesu ablehnen. Der Hass der Welt gilt nicht so sehr dem einzelnen Jünger (den man „als Menschen“ vielleicht ganz annehmbar findet); er gilt der geheimen Wirklichkeit, der unkontrollierbaren Kraft, die den Jünger aus der Welt herausnimmt; er gilt Christus, dem Herrn, selbst und seinem Geist, der in den Jüngern am Werk ist. In der Kirche, in unseren christlichen Gemeinschaften ist Christus in der Kraft des Heiligen Geistes am Werk. Diese Wirklichkeit wird oft genug übersehen. Kirche ist im Letzten kein Menschenwerk, sondern das Werk Christi. Wir dürfen und müssen aus seiner Kraft heraus wirken.

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