Tagesevangelium – 27.10.2020

Dienstag, 27.10.2020

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas 13, 18-21

In jener Zeit sprach Jesus:

Wem ist das Reich Gottes ähnlich, womit soll ich es vergleichen?

Es ist wie ein Senfkorn, das ein Mann in seinem Garten in die Erde steckte; es wuchs und wurde zu einem Baum, und die Vögel des Himmels nisteten in seinen Zweigen.

Außerdem sagte er: Womit soll ich das Reich Gottes vergleichen? Es ist wie der Sauerteig, den eine Frau unter einen großen Trog Mehl mischte, bis das Ganze durchsäuert war.

Kommentar · Georg Traxler

Aus kleinem wird was großes, das sehen wir öfters im Leben. Der Beginn eines Menschenlebens beginnt mit einer Zelle und Jahre später steht der ausgewachsene Mensch da. Dies kann man sich bei der Geburt kaum vorstellen. Auch aus einem kleinen Kern kann irgendwann ein großer Baum mit beeindruckendem Geäst werden.

Ähnlich verhält es sich meines Erachtens mit dem Glauben. Durch unsere ersten Erfahrungen mit dem Reich Gottes, welche diese auch immer sein mögen, wird in uns ein Same gesät. Es kann sein, dass der Same nie keimt, aber viel öfter wird der Same entweder sofort keimen oder irgendwann später keimen. Dann fühlen wir uns zu Gott hingezogen, wir sehnen uns nach dem Glauben, vielleicht engagieren wir uns in der Kirche.

Ganz konkret denke ich da an die Vorbereitung auf die Sakramente, die vor allem junge Menschen betrifft. Dort wird mit Menschen, welche vielleicht noch nicht so viel mit dem Glauben in Berührung gekommen sind, eben genau darüber, über den Glauben, geredet. Und man kommt Jesus Christus näher. Dazu kommen eventuell noch weitere schöne, einprägsame Erfahrungen, in der Gemeinschaft, in der Messe, auf der Wallfahrt, usw. Hier wird einmal der Same gesät und die Auswirkungen davon werden vielleicht nicht unmittelbar sichtbar. Aber ich bin davon überzeugt, dass diese Erfahrungen gespeichert bleiben, irgendwann dieser Same sprießt und dieser Mensch dem Reich Gottes wieder ganz nah kommt. Sei es bei der Taufe des Kindes, sei es bei der eigenen kirchlichen Hochzeit, sei es bei einer ganz speziellen persönlichen Glaubenserfahrung. Oder sei es bei vielen anderen Möglichkeiten.

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