Tagesevangelium – 12.12.2020

Samstag, 12.12.2020

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 17, 9a.10-13

Während Jesus und seine Jünger den Berg hinabstiegen, fragten ihn die Jünger: Warum sagen denn die Schriftgelehrten, zuerst müsse Elija kommen?

Er gab zur Antwort: Ja, Elija kommt, und er wird alles wiederherstellen.

Ich sage euch aber: Elija ist schon gekommen, doch sie haben ihn nicht erkannt, sondern mit ihm gemacht, was sie wollten. Ebenso wird auch der Menschensohn durch sie leiden müssen.

Da verstanden die Jünger, dass er von Johannes dem Täufer sprach.

Kommentar · Familie Huchler

Es geht wieder um Johannes als den wiedergekommenen Elija. Und den Menschensohn.

Nachdem in der Bibel nichts aus Zufall steht, stellt sich für mich zuerst einmal die Frage, von welchem Berg Jesus und seine Jünger gerade hinabsteigen? Nun, wir lesen es einige Sätze davor: Es ist der Berg der Verklärung. Die Jünger sind noch erfüllt von der Offenbarung der Messianität Jesu.  Der, auf den alle warten, ist endlich gekommen! Welche Erwartungen haben sie mit der Vorstellung des Messias verbunden? Der das Reich Gottes in Israel wiederherstellt? Also wirklich ein physisches Reich, im Gegensatz zu dem der Römer, unter deren Herrschaft sie gelebt haben?

Auf den ‚Höhenflug‘ der Verklärung kommt die totale Ernüchterung. Es folgt eine Leidensankündigung für den Menschensohn, als der er sich selbst bezeichnet. Ich weiß nicht, ob die Jünger verstehen konnten oder wollten, wovon er spricht. Ob Leiden zum ‚Berufsbild‘ des Messias gehört hat, wage ich bezweifeln. Jesus wollte ihre Erwartungen enttäuschen.

Es scheint mir der gleiche Hintergrund, warum Jesus auf einem Esel in Jerusalem eingeritten ist, und nicht auf einem Araber oder, der österreichischen Version, einem Lippizaner. Weil Jesus die Realität nicht geschönt hat, von Anfang an nicht. Und nicht Herrscher sein wollte, sondern Diener. Ich denke, er war sich bewusst, dass seine Botschaft eine ist, die anstoßen wird. Und das sein Sieg nichts mit Triumph im herkömmlichen Sinn zu tun hat, sondern damit, dass das Reich Gottes schon hier auf Erden beginnen soll, wie wir im Vater Unser beten. Ein Reich, wo der Kleinste größer ist als Johannes der Täufer, wo wir im Frieden mit Gott und miteinander leben.

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