Tagesevangelium – 11.5.2021

Dienstag, 11.5.2021

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes 16, 5-11

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

Jetzt gehe ich zu dem, der mich gesandt hat, und keiner von euch fragt mich: Wohin gehst du?

Vielmehr ist euer Herz von Trauer erfüllt, weil ich euch das gesagt habe.

Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich fortgehe. Denn wenn ich nicht fortgehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen; gehe ich aber, so werde ich ihn zu euch senden.

Und wenn er kommt, wird er die Welt überführen (und aufdecken), was Sünde, Gerechtigkeit und Gericht ist;

Sünde: dass sie nicht an mich glauben;

Gerechtigkeit: dass ich zum Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht;

Gericht: dass der Herrscher dieser Welt gerichtet ist.

Kommentar · Hanns Sauter

Jesus hat den Jünger gesagt, dass er sie verlassen wird. Sie sind traurig darüber, können und wollen sich mit seinem Weggehen nicht abfinden. Jesus versteht diese menschliche Seite – für ihn ist die Trauer der Jünger aber auch ein Erweis dass sie noch immer nicht verstanden haben, worum es ihm eigentlich geht. Solange er bei ihnen ist, bleibt ihr Glaube in den Kinderschuhen. Von wirklichem Glauben kann aber erst dann die Rede sein, wenn er internalisiert ist, wenn er kein Sehen und kein Fühlen mehr braucht, wie dies z. B. bei Thomas der Fall gewesen ist. Diese Glaubenstiefe und -festigkeit, die es aber braucht, um in der Welt etwas ausrichten zu können, haben die Jünger noch nicht erreicht. Dazu leitet sie Jesus an, aber auf eine andere als die gewohnte Weise, nämlich durch den „Beistand“. Er bewirkt, dass sie zunächst für sich selbst Jesus besser verstehen, dann aber auch, dass sie imstande sind, der Welt zu sagen, worin ihre Fehler und ihr Bedarf an Umkehr bestehen: sich vor Gott zu verschließen, sich weigern, Jesus nachzufolgen und lieber in dem aus diesen Weigerungen folgenden unbefriedigenden Zustand zu verharren. Was können wir diesen Versen für unseren eigenen Glauben entnehmen?

One thought

  1. Geistesgaben für heute wären Dankbarkeit, Versöhnlichkeit, Achtsamkeit, Vertrauen im Alltag- und Gottes Gegenwart würde in jedem Vis-a-Vis erkennbar.

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